Münchner Merkur

Aus Gaudigruppe wird Theaterverein

Hattenhofen – Vom Jubiläumsfest 2015 erwarteten sich die Hattenhofener auch, dass davon etwas bestehen bleibt. Dieser Wunsch geht in Erfüllung. Denn die damals extra für einen Auftritt gebildete Theatergruppe hat nun einen Verein gegründet. Die Schauspieler sind unzertrennlich.

Ihr Alleinstellungsmerkmal haben die Theaterfreunde aus Hattenhofen gleich in ihren Namen aufgenommen: „Stadltheater“ nennen sie sich – nach ihrem Spielort, dem Stadl der Familie Hillmayr. Für Marlene Hillmayr, die Kassier im Vereins ist, ist der Stadl als Probe- und Spielort schon mal ein Pfund, mit dem man wuchern kann.

Viele andere Theatergruppen würden sich mit rar gesäten Probezeiten herumschlagen. Bei den Hillmayrs dagegen wird „zur Not am Sonntag um sieben Uhr in der Früh“ geübt. Marlene Hillmayr und ihr Ehemann Peter, der das Bühnenbild über die Wintermonate gebaut hat, sind schließlich mit vollem Elan dabei: „Uns beiden macht es Spaß.“ Aber auch der Ehrgeiz fehlt nicht: Die neue Truppe will an den Erfolg der Aufführung im Jubiläumsjahr anknüpfen. Damals hatten sich Theaterspieler vom Sportverein, von den Schützen und von der Sängerrunde zu einem Ensemble zusammengefunden. Und danach beschlossen: Wir bleiben ein Team. Also wurde kurzerhand ein Verein gegründet. „Wir wollten keine Unterabteilung von irgendetwas sein, sondern eine eigenständige Gemeinschaft.“ 34 Hattenhofener kamen zur Gründungsversammlung, 53 Mitglieder hat die neue Gruppierung schon – eine Hausnummer, mit der die Hattenhofener zufrieden sind. Nun hoffen die Verantwortlichen, dass sich dieser Zuspruch auch in den Zuschauerzahlen wiederspiegelt. Seit März laufen die Proben für das neue Stück „Sag niamois nia“ auf Hochtouren.

Im Fokus stehen zwei junge Verliebte aus verfeindeten Dörfern. Um sie herum spielen die Eltern – natürlich die jeweiligen Bürgermeister – und ein neuer Pfarrer eine Rolle. Vier Vorstellungen soll es geben, jeweils 200 Zuschauer haben im Hillmayr-Stadl Platz. Bereits jetzt sind im Vorverkauf 500 Karten über den Tisch gegangen. Da klingt es fast ein wenig untertrieben, wenn Marlene Hillmayr sagt: „Wir sind guter Hoffnung, dass es hinhaut mit der ausverkauften Vorstellung.“

Fabian Dilger

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